Nachdem ich bei dieser Demo gegen TTIP und CETA in Berlin am 17.09.2016 feststellen mußte, meine aus meiner Sicht provokative Ansage stößt eventuell auf Unverständnis und kaum jemand fragt nach den Gründen, will ich das mal unbedingt klären.

demo plakat vorne

Die Texte in deutsch, da gibt's wohl nicht weiter zu sagen, aber der englische Text "Don't accept treaties of the friendly fire fraction - remember Preston Tucker 1947" ist schon etwas speziell. Die Bezeichnung "friendy fire" kommt vom Militär und meint den Beschuß von eigenen Truppen und Verbündeten. Preston Tucker war ein genialer Autobauer vor und nach dem 2. Weltkrieg. In einem Startup kurz nach dem Krieg versuchte er, das fortschrittlichste KFZ der Welt zu bauen. Er war ein überzeugter US-Amerikaner, der glaubte, im Land der "unbegrenzten Möglichkeiten" würden sich seine zukunftsweisenden Ideen zum Wohle der Menschen durchsetzen. Er hatte aber nicht mit seinen amerikanischen Gegnern gerechnet. Als die merkten, seine Firma hat schon mehr als 50 Stück gebaut und kann so ein Auto in großen Stückzahlen produzieren, legten sie ihm mit Hilfe der amerikanischen Behörden und Justiz so viel Steine in den Weg, bis er Pleite war und aufgeben mußte. Viele seiner Arbeiter blieben auch auf der Strecke. Das nenne ich mal eine Aktion einer "friendly fire fraction". Wer oder was mit "fraction" gemeint ist, brauche ich wohl nicht zu beschreiben. Hört sich vielleicht erst mal übertrieben an. Es gab ja diverse Autobauer, die es nicht gepackt haben. Bei Tucker ist aber einiges anders. Seine Fahrzeuge hatten sparsame Einspritzmotoren mit hoher Leistung und diverse Sicherheitseinrichtungen, wie andere erst 20-30 Jahre und noch später. Das hätte viel, viel Barrel an Öl weltweit gespart. Andere Autohersteller hätten sich an seinen Entwicklungen orientieren müssen und das wäre dann noch mehr Öl - was gespart worden wäre. Dafür wurden er und seine Entwicklungen auf das niederträchtigste Jahrzehntelang totgeschwiegen und verhöhnt. Tucker starb 1956. Erst spät in den 80ern kam die Renaissance und Coppola machte eine Film über ihn. Nahtlos komme ich dann mal zur Rückseite meines Plakats.

demo plakat hinten

Da wäre noch ein bißchen Platz. Vielleicht für Snowdon? Aber erst mal zu "don't accept treaties" - das meint, akzeptiere nicht bedingungslos Verträge von einem Verbündeten, der auch schon mal "friendly fire" drauf hat. Oder, traue keinem Verbündeten, der Verträge nicht einhält.

Suche mal nach "Trail of broken treaties".

Die nordamerikanischen Ureinwohner hatten alle Gründe der Welt, im Jahr 1972 ihre Rechte einzufordern. In dem "Marsch der gebrochenen Veträge" nach Washington DC wollten sie dies der amerikanischen Öffentlichkeit und der Welt klagen. Als indianische Nationen waren sie zu schwach um die Erfüllung ihrer Verträge mit der US-Regierung durchzusetzen. Wie stark muß denn ein Verbündeter sein, damit sein Vertragspartner Verträge einhält? Als Leonard Peltier bei den Protest-Aktionen der damaligen Zeit in die Kämpfe involviert wurde, war er da ein Exo-Amerikaner? Wohl kaum. Er agierte in seinem Land. In dem zugesicherten Land, "Reservat" für Indianer. Was immer damals gelaufen ist - die amerikanische Regierung war mit Schuld an der Situation. Trotzdem schaffte es kein Präsident, eine Begnadigung für Peltier durchzusetzen.

PELTIERS STORY für Deutsche auf Wikipedia - 22.09.2016.

Ist Snowdon ein Verräter? Wohl kaum - es gibt in den U.S.A. sogar ein Gesetz für "Wistleblower", das soll sie fördern und schützen. Wer mehr wissen will, schaut in WIKIPEDIA nach. Sucheingabe oben rechts. Ein Gesetz dazu haben wir noch nicht mal in Deutschland. Toll - Amerika. Aber scheinbar nur auf dem Papier. Was nach wie vor anscheinend nichts taugt. Wenn mich jemand dazu fragen würde, meine Antwort lautet: wer oder welcher Zuständige nicht den Arsch in der Hose hat, das mit Peltier oder Snowdon zu klären ohne das die beiden den Löffel abgeben müssen oder einer Gehirnwäsche unterzogen werden, mit dem würde ich keine Verträge abschließen. BASS. Und - Sorry, da fehlt mir der Respekt.

So einfach kann es sein, Verbündete oder wirtschaftliche Freunde mal zu checken. Halten sie sich an ihre eigenen Gesetze oder an ihre eigene Verfassung?  Erst dann sollte über alles weitere verhandelt werden, oder Vorsicht ist angesagt! Es ist auch wichtig, nicht immer nur an sich selbst zu denken. Auch die amerikanischen Arbeiter, Öko Bewegungen und andere fortschrittlichen Gruppen kriegen Probleme mit TTIP. Auf meinen alternativen Reisen habe ich einige davon kennen gelernt. Es ist alles eben nicht immer so, wie die Presse uns vorgaukelt, bzw. viel umfangreicher und interessanter. Dazu gibt es einen extra Artikel:

TTIP & Co - was ist noch gefährlich daran?

 

Let Leonard Peltier out of prison, if you no fear. Otherwise people must think, somewho is afraid of something that he could tell the rest of the world even he is free.

Das gleich gilt für den Aufklärer Snowden:

No further investigations against Edward Snowden

 

Fazit wäre für mich - erst mal klären, mit wem wir Geschäfte machen, solange wir es uns noch leisten können. Immerhin, die Amis sind uns wieder einen Schritt voraus, dort dreht der Kapitalismus in eine Spirale eines Super-Kapitalismus. Diese Entwicklung zu blocken - da brauchen die diesmal uns.

In diesem Sinne - wir bleiben am Ball! Jede interessierte Seele sollte versuchen Mitmenschen aufzuklären.